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Dienstag, 24.01.2012 19 Uhr
Der Kleine Prinz
Luisenstraße, Lüdenscheid
Kampagne gegen Neonazis
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8. Mai 1945 - Deutschland wird befreit von der NS-Diktatur. Dem größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte wird Einhalt geboten! Doch der braune Schwelbrand wurde nie gelöscht. Über die Jahrzehnte hinweg agieren Neonazis und Rechtsradikale immer am rechten Rand und wirken in die Gesellschaft hinein. Nazibeamte werden in großem Umfang in die neue Demokratie eingebunden. Unterschiedliche Organisationen arbeiten an der demokratischen Oberfläche oder im Untergrund und beeinflussen Denken und Handeln der demokratischen Parteien und der Bevölkerung.
1949 wird die SRP - Sozialistische Reichspartei - als offene Nachfolgepartei der NSDAP gegründet und erst 1952 verboten. In den sechziger Jahren zieht die 1964 gegründete NPD in verschiedene Landesparlamente ein. Die damals mehr traditionalistisch, nationalistisch ausgerichtete Organisation hat sich mittlerweile zum Sammelbecken und zur infrastrukturellen Plattform für militante Neonazis entwickelt.
1980 starben bei einem neonazistischen Terroranschlag auf das Münchner Oktoberfest 13 Menschen, mehr als 200 wurden teils schwer verletzt. Auch wenn es nach offizieller Lesart immer noch ein Einzeltäter war, Tatsache ist, dass er im neonazistischen Zusammenhang der Wehrsportgruppe Hoffmann gehandelt hat.
Die Ausschreitungen von Hoyerswerda bildeten 1991 den Auftakt einer Welle rechtsextremer Gewalttaten, denen bis zum heutigen Tage mehr als 180 Menschen zum Opfer fielen. (Antonio-Stiftung:182 Todesopfer durch rechte Gewalt in Deutschland). In der Folge wurden alle Asylsuchenden "zu ihrem eigenen Schutz" aus der Stadt "evakuiert".
Bei den Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 handelte es sich um die massivsten ausländerfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. In der Presse wurden die Ereignisse zurecht auch als Pogrom bezeichnet.
Im November 1992 kamen drei Menschen, darunter zwei Kinder beim Mordanschlag in Mölln ums Leben, neun Menschen wurden schwer verletzt. Im Mai 1993 wurden fünf Menschen durch einen Brandanschlag in Solingen ermordet.
Dies waren nur die Höhepunkte neonazistischen Terrors, stets gefolgt von politischen Lippenbekenntnissen ohne konkretes nachhaltiges Handeln. Nun, da zum wiederholten Male der braune Schwelbrand aufflammt, wieder Betroffenheitsrhetorik und blinder Aktionismus begleitet von Schuldzuweisungen und Rechtfertigungsversuchen. Die Unterstützung privater Initiativen wird wieder nur - wenn überhaupt - kurz anhalten.
Was ist also zu tun, um den braunen Sumpf ein für allemal auszutrocknen? Hier sehen wir drei Aspekte:
Politik und Gesellschaft sind aufgerufen, nun endlich den Kampf gegen Rechtsextremismus und Neonazis ernst zu nehmen, zivilgesellschaftliche Aktivitäten zu unterstützen und alle hier lebenden Menschen zu schützen und ihnen den nötigen Respekt entgegenzubringen.