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„Frieden auf Erden den Menschen“
Lüdenscheid ohne Rüstung!

Neujahrsbotschaft 2012

In der Presse

Mit seinen wachsenden Rüstungsexporten steht Deutschland inzwischen auf Platz 3 der Weltrangliste. Obwohl es Exportweltmeister ist, fällt unserem Land nach zwei begonnenen Weltkriegen mit mehr als 65 Millionen Toten nichts Besseres ein, als mit Waffen sein Geld zu beschaffen.

Auch dank deutscher Waffenlieferungen, von MP5-Maschinenpistolen über gepanzerte Fahrzeuge bis hin zu Panzerteilen, konnte sich das diktatorische Regime Mubarak jahrzehntelang an der Macht halten. Weitere menschenrechtsverletzende Staaten – wie Brasilien, Indien, Israel, Malaysia, Nigeria, Oman, Pakistan, Russland, Saudi Arabien, Thailand, Türkei, Venezuela und die Vereinigten Arabischen Emirate – wurden und werden mit Kriegswaffen vom G36 bis zum Leopard-Panzer versorgt. De facto findet keine Endverbleibskontrolle statt. In der Konsequenz schießen auch die PKK, Hamas und Taliban mit H&K-Waffen.

Täglich sterben ca. 2.000 Menschen in Kriegseinsätzen durch Waffengebrauch. Fast jeder Fünfte davon stirbt dank deutscher Waffen. „Frieden auf Erden den Menschen“ war einmal die christliche Weihnachtsbotschaft. In früheren Vorkriegszeiten wurde sie unterdrückt.

Heute wird in fast allen deutschen Industriestädten trotz des relativen Wohlstands in vielen zivilen Sektoren und trotz der „christlichen“ Mehrheit im Bundestag wieder zunehmend mit Rüstungsartikeln Geld verdient – gehen wir davon aus, dass dies auch in Lüdenscheid der Fall ist.

Unseren Ruf nach „Frieden auf Erden den Menschen“ verbinden wir mit der Aufforderung: Die Bundesregierung muss Waffenexporte stoppen und sich als Mitglied des UN-Sicherheitsrats für zivile Konfliktlösungen stark machen. Dieser Politikwechsel muss erzwungen werden: Gemeinsam mit christlichen Kirchen startete die Friedens- und Menschenrechtsbewegung im Frühjahr 2011 die mehrjährige Kampagne „Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel!“ (www.aufschrei-waffenhandel.de) Wir werden Opfern deutscher Waffenexporte Stimme, Tätern Name und Gesicht geben. Zukünftig soll Artikel 26 (2) des Grundgesetzes lauten: „Der Export von Kriegswaffen und Rüstungsgütern ist grundsätzlich verboten.“

Mit einem Appell „Lüdenscheid ohne Rüstung“ – genauso wie vor 20 Jahren „Atomwaffenfreies Lüdenscheid“ – geben Sie Ihrem Bemühen um menschenwürdige und friedliche Konfliktlösungen in Lüdenscheid, Deutschland und der Welt Ausdruck.

Die Friedensgruppe Lüdenscheid wünscht allen Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheidern ein friedliches Jahr 2012 und verbindet dies traditionell mit einer Spendensammlung für das Hammer Forum anlässlich des Neujahrsempfangs der Stadt Lüdenscheid am 8. Januar vor dem Rathauseingang. Das Hammer Forum (www.hammer-forum.de) leistet seit vielen Jahren medizinische Hilfe für verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten.

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